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Malteser Lungen- und Allergiezentrum Bonn

Allergologisch-Immunologisches Labor

Wichtiger Hinweis zum EAA-Suchtest

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe Einsender,

der Hersteller unserer CAP-Teströhrchen Thermo Fisher Scientific kann bis voraussichtlich April 2017 keine Röhrchen mit dem Allergen Acremonium kiliense (Cephalosporium Acremonium) liefern, welches ein Bestandteil unseres EAA-Suchtests ist. Wir ersetzen diesen Schimmelpilz bis zur nächsten Lieferung durch den ebenfalls relevanten EAA-Auslöser Fusarium proliferatum. Für spezielle Fragestellungen, z.B. Verlaufskontrollen, haben wir einige wenige Restbestände von Acremonium kiliense.

 

Aktuelle Information zur Abrechenbarkeit allergenspezifischer Antikörper

Sehr geehrte Einsenderinnen und Einsender,

seit dem 1.10.2015 (4. Quartal) gilt für Kassenpatienten eine neue Regelung zur Abrechnung der Ziffer 32427 (allergenspezifische Antikörper):

Beschluss Nr. 9 durch die Partner des BMV-Ä, in Kraft getreten zum 1.10.2015:
Die Erbringung und/oder Auftragserteilung zur Durchführung von Laborleistungen nach der Gebührenordnungsposition 32427 (Spezifisches IgE /IgG) setzt grundsätzlich das Vorliegen der Ergebnisse vorangegangener Haut- und/oder Provokationstests voraus, ausgenommen bei Kindern bis zum vollendeten 6. Lebensjahr.
Laut Auskunft des AeDA (Ärzteverband Deutscher Allergologen) lässt der Begriff "grundsätzlich" Ausnahmen zu, so z.B. bei nicht durchführbarem Hauttest (Schwangerschaft, schwere Hauterkrankung im Testareal, Gefahr einer schweren allergischen Reaktion durch den Test bei Z. n. Anaphylaxie etc.). Für viele Allergene stehen aber keine Hauttest-Substanzen zur Verfügung. Nicht jedes Allergen, das in unserem Labor bestimmt wird, kann also auch im Hauttest zuvor getestet werden. Die Regelung muss sich also auf diejenigen Allergene beschränken, die auf dem deutschen Markt als Hauttest-Lösungen erworben werden können.

Nach den gültigen deutschen Diagnose-Empfehlungen der exogen-allergischen Alveolitis (EAA) ist der Hauttest kein übliches diagnostisches Verfahren der EAA (EAA-Arbeitsgemeinschaft: Empfehlungen zur Diagnostik der exogen-allergischen Alveolitis Pneumologie 2007; 61: 52-56). Dagegen sind die spezifischen IgG-Antikörpern auf EAA-Antigene, die ebenfalls unter die Ziffer 32427 fallen,  ein wichtiges Diagnosekriterium der EAA. Wir haben die Bundes-KV in Berlin darauf aufmerksam gemacht, dass die Durchführung eines Hauttestes bei EAA-Verdacht keinen Sinn macht, zumal es für die meisten EAA-Antigene gar keine Hauttest-Extrakte auf dem Markt gibt und daher eine Sonderregelung erforderlich ist. Die Antwort darauf steht noch aus.

Bei Verdacht auf ein allergisches Asthma, eine allergische Rhinitis, eine Nahrungsmittelallergie und insbesondere  eine allergische bronchopulmonale Mykose (ABPA oder ABPM)  ist  daher vor Anforderung spezifischer IgE-Antikörper die Durchführung eines Hauttestes (Ausnahmen s.o.) erforderlich.

Wir erlauben uns daher die Empfehlung, die Begründung für das berechtigte Unterlassen des Hauttests vor der Anordnung eines Labortests auf spezifisches IgE nach Ziffer 32427 zu dokumentieren.

Wir hoffen, dass die Situation für die Serodiagnostik der EAA in Kürze geklärt wird und verbleiben
mit freundlichen, kollegialen Grüßen

Dr. M. Joest                 Prof. Dr. J. Sennkamp            Dr. A. aufm Kampe


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Schwerpunktmäßig widmen wir uns in unseren Labors den interstitiellen Lungenerkrankungen, insbesondere der exogen-allergischen Alveolitis (EAA) und den allergischen bronchopulmonalen Mykosen (ABPM).

Wir untersuchen ein großes Spektrum von IgG-Antikörpern der exogen-allergischen Alveolitis und der bronchopulmonalen Mykosen sowie die spezifischen IgE-Antikörper (RAST) der allergischen Mykosen und das Gesamt IgE mittels Phadia-Unicap-System. Zur weiteren Abklärung interstitieller Lungenkrankheiten bestimmen wir im indirekten Immunfluoreszenztest IgG-Autoantikörper gegen Kerne (ANA) und Neutrophile (ANCA) sowie weitere zytoplasmatische Autoantikörper und Retikulinantikörper. Außerdem untersuchen wir ECP, Tryptase und Alpha-1-Antitrypsin quantitativ als Suchtest.

Die Analysen sind auf dem Einsendebogen aufgeführt, welcher ständig aktualisiert, den einsendenden Ärzten zusammen mit dem Versandmaterial (Röhrchen, Hülsen, Umschläge) auf Wunsch zugesandt wird.

IgG-Antikörper werden zweimal wöchentlich, IgE-Antikörper häufiger bestimmt.

Um den einsendenden Ärzten bei diesen seltenen Krankheitsbildern die Auswahl der Allergene zu erleichtern, sind im Einsendebogen oben links die Allergene der häufigsten allergischen Alveolitiden aufgeführt. Wenn Sie ein Kreuz neben das verdächtige Krankheitsbild machen, so werden die dort mit Zahlen aufgeführten Analysen durchgeführt. Ebenso können Sie die unten aufgeführten Antigene einzeln ankreuzen. Wenn Sie keinen Hinweis auf ein bestimmtes Antigen haben, so kommen die Antigene des oben aufgeführten Suchtests in Betracht. Besteht nur der Hinweis auf eine nicht genauer differenzierbare allergisch oder immunologisch bedingte interstitielle fibrosierende Lungenkrankheit (Fibrose), so werden bei Ankreuzen des Stichwortes „Lungenfibrose“ auch die Autoantikörper gegen Kerne (ANA) auf Gewebsschnitten und Hep-Zellen (Analyse 20 und 23) mitbestimmt, wodurch Kollagenosen wie Lupus erythematodes disseminatus und Sklerodermie miterfasst werden. Ein Morbus Wegener oder ein Churg-Strauss-Syndrom werden mittels IgG-Antikörpern gegen neutrophile Granulozyten (ANCA)(Analyse 21) erkannt.

Alpha-1-Antitrypsin (Analyse 515) kann bei Verdacht auf eine erbliche Form des Lungenemphysems angefordert werden.

Mit einer Erhöhung der Tryptase im Serum (Analyse 520) wird eine Mastozytose oder eine bis zu mehreren Stunden zurückliegende anaphylaktische Reaktion erkannt. Das Erkennen einer Mastozytose ist insbesondere bei einer Nahrungsmittelallergie und einer Insektengiftallergie, welche hyposensibilisiert wird, von Bedeutung.

Zur Diagnostik der allergischen bronchopulmonalen Mykosen wird das Gesamt-IgE benötigt, welches in unserem Labor mindestens dreimal wöchentlich bestimmt wird. Somit erfolgt bei Verdacht auf eine ABPA oder eine ABPM, insbesondere in der Verlaufskontrolle bei Verdacht auf einen neuen Krankheitsschub, eine kurzfristige Bestimmung, die auf Wunsch rasch per Fax an Sie durchgegeben werden kann. Die Analyse wird mit dem Immuno-CAP der Firma Phadia durchgeführt.

Bei den allergischen bronchopulmonalen Mykosen ist das Gesamt-IgE in der Regel auf über 500 kU/l erhöht. Bei einem Schub steigt das Gesamt-IgE auf mindestens das Doppelte des Ausgangswertes an. Ob die Therapie mit einem systemischen Steroid und Itraconazol anschlägt, kann wieder mittels des Gesamt-IgE-Spiegels beurteilt werden. Bei der Suche nach dem ursächlichen Allergen einer allergischen bronchopulmonalen Mykose (ABPM) ist die Bestimmung des spezifischen IgEs gegen den ursächlichen Schimmelpilz oder die Hefe erforderlich. Denn nur bei nachgewiesenem spezifischem IgE gegen den Pilz liegt eine ABPM vor.

Häufig, insbesondere im akuten Krankheitsschub, sind im Serum der Patienten mit ABPM auch IgG-Antikörper gegen den ursächlichen Pilz nachweisbar. Die Tests auf IgG-Antikörper gegen die Mykose-Allergene wie Aspergillus und Candida finden Sie in den beiden mittleren Spalten. Verlaufskontrollen der spezifischen IgE- und IgG-Antikörper gegen den ursächlichen Pilz erlauben auch einen Rückschluss auf die jeweilige Aktivität der Erkrankung; insbesondere dann, wenn das Gesamt-IgE durch andere Allergene wie beispielsweise durch Pollen während des Pollenfluges beeinflusst wird und daher weniger für die Verlaufskontrolle der ABPM geeignet ist.

Weitere Informationen

Allergologisch-Immunologisches Labor

Tel. (0228) 213074
Fax (0228) 93199761
E-Mail senden

Telefonische Erreichbarkeit

Mo, Di, Do 8 - 18 Uhr

Mi, Fr 8 - 17 Uhr

Qualitätsgeprüft

Unser Labor ist zertifiziert nach
DIN-EN-ISO 9001:2008.